Storytelling im Marketing – Wie aus Geschichten ein Image wird

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Wieso Storytelling für Ihre Kampagne unverzichtbar bleibt...

Storytelling – ein Buzzword, das die Marketingwelt bereits seit einigen Jahren fest im Griff hält. Geschichten zu Werbezwecken zu erzählen, ist keine neue Idee. Harte Fakten verkaufen sich selten so gut wie inspirierende Worte und rührende Erzählungen. Doch nicht jeder hat das Budget, die Zeit oder das passende Business, um wie Coca-Cola mit Offenheit und einem freien Lebensgefühl zu werben – ist Storytelling also eine Methode für große Unternehmen mit Reichweite und weltweitem Erfolg oder kann auch der Durchschnittsunternehmer davon profitieren?

Spice It Up – 5 Gründe für Storytelling im Marketing

Storytelling ist für alle da. Es ist nicht das Blattgold des Marketings, sondern das Salz – leicht zu verwenden und beinahe essenziell.

Hier ein paar Fun Facts zum Thema Storytelling:

  • Wissen wird hier eher implizit vermittelt. Verkaufen Sie ein Produkt, behaupten Sie nicht einfach, dass es dem Kunden helfen wird. Stattdessen zeigen Sie ihm mithilfe und im Laufe der Geschichte, dass es sein Leben verbessern und seine Probleme lösen wird.
  • Storytelling lädt Produkte und Marken emotional auf – und schaffen so ein neues oder verändertes Image für das Beworbene. So kann ein guter Ruf kreiert oder ein schlechter korrigiert und eine Markenidentität erschaffen werden. Glaubwürdigkeit vorausgesetzt.
  • Auf diese Weise bekommt auch das kalte, kapitalistische System, mit dem Unternehmen oft gleichgesetzt werden, ein Gesicht, zeigt ein wenig Wärme und Verbundenheit.
  • Das Hirn verarbeitet Geschichten als eigene Erfahrungen, besonders wenn der Kunde sich damit identifizieren kann. Deshalb formt Storytelling eine Bindung mit dem Unternehmen und erleichtert es dem Rezipienten, Informationen zu verarbeiten. Ein nachhaltiger Lerneffekt geht mit positiven Emotionen der Marke gegenüber einher.
  • Storytelling vereinfacht Sachverhalte außerdem ausreichend, sodass der Kunde eine Verbindung zu seinem eigenen Leben erkennen kann. Es illustriert Praxisnähe und tatsächlichen Bedarf.

 

Weil Storytelling Werbung nicht nur interessanter macht, sondern sie dadurch auch leichter zu verdauen ist, praxisnaher und identitätsstiftend, sollte es also in effektive Kampagnen eingebunden werden.

Closeup of salt texture
Erzähl eine Geschichte, die...

Reel them in – Storytelling kennt keine Branchengrenzen

Das Schöne am Storytelling ist: es muss nicht einmal direkt etwas mit dem Unternehmen oder dem Produkt zu tun haben. Es muss hauptsächlich das Lebensgefühl in Szene setzen, das mit der Marke in Verbindung gebracht werden soll. Viele Unternehmen erwähnen das Beworbene gar nicht oder blenden ihr Logo nur kurz am Ende eines Spots ein, weil es immer mehr um die persönlichen Geschichten geht, die inspirieren, fühlen lassen und Ihnen ein überzeugendes Image zaubern. Das Produkt oder die Marke hingegen ist nur Hilfsmittel, eine Lösung auf dem Weg zum Glück. Solange die Werbung in Erinnerung bleibt – und mit vernünftigen Erzählstrategien ist das ganz leicht – ist das Ziel erreicht. Ein paar realitätsnahe Beispiele gefällig? Erzählen können zum Beispiel:

  • Kleine Cafés: Die Gründungsgeschichte rührend aufbereitet
  • Stahlproduzenten: Wohin das Hergestellte geht und was damit erreicht wird.
  • Hilfsorganisationen: An welchen Stellen sie bereits positive Veränderung hervorgerufen haben
  • Bauunternehmen: Wie neue Gebäude jetzt Familien ein kuscheliges Zuhause geben oder Firmen effektives, angenehmes Arbeiten ermöglichen, etc.
  • Speditionen: Was verschiedene Transporte bereits ermöglicht haben – vielleicht die Produktion einer hilfreichen Maschine oder eine dringliche Problemlösung.

 

Diese Strategie funktioniert sowohl im B2B- als auch im B2C-Sektor – Kunden bleiben Kunden und auch hinter anderen Unternehmen sitzen Entscheidungsträger, die sich von Geschichten beeinflussen lassen. Storytelling verleiht jeder Marketingkampagne Geschmack – so wie Salz jeder Mahlzeit Charakter verleiht.

Turn it into a story – Und wie läuft das nun?

Eine Geschichte richtig zu erzählen, ist eine Kunst. Theoretisch kann das jeder – wer von dem Thema aber gar keine Ahnung hat, kann auch einen Profi engagieren – Marketingagenturen, freiberufliche Texter, Videografen etc. Doch wenn die Grundlagen des Erzählens abgedeckt sind, gibt es immer noch ein paar Besonderheiten, auf die beim Storytelling für Werbezwecke geachtet werden sollte:

  • Die wichtigste der W-Fragen im Storytelling: das Warum. Es ist die Basis für die Story, auf der jeder weitere Schritt aufbaut. Davon ausgehend muss festgelegt werden, woher die Motivation, der Lifestyle oder die Identität kommt, die die Story vermitteln soll.
  • Erfolgs-, Entstehungs- und Hintergrundgeschichten, Erzählungen über Hilfestellungen, kleine Wunder und gesetzte Ziele – all das sind Beispiele von passenden Motiven für Ihre Story.
  • Die Rezipienten sollen sich mit dem Gesehenen identifizieren. Deshalb nützt es nur in seltenen Fällen etwas, Prominente vor die Kamera, in den Fokus des Artikels u. ä. zu stellen. Stattdessen sollten die Geschichten von alltäglichen Personen handeln – aber immer von Menschen (oder zumindest etwas Personifiziertem).
  • Die Geschichten sollten sich an jeden Teil des Menschen richten – sein Herz, seinen Verstand und seine Persönlichkeit.
  • Werbung hat nicht ewig Zeit. Springen Sie direkt in die Geschichte hinein – ein Prolog lohnt sich nicht, denn Sie brauchen sofort die Aufmerksamkeit Ihrer (potenziellen) Kunden.
  • Negative Emotionen sind hier nicht per se verboten – doch eine Auflösung sollte nicht fehlen, wenn darauf zurückgegriffen wird. Schließlich soll der Kunde die Marke mit etwas Gutem verbinden. Freude, Erleichterung, Motivation statt Trauer, Angst oder Frustration.
  • Jede gute Werbekampagne orientiert sich an einer Zielgruppe. Auch beim Storytelling sollten die Einstellungen, Lifestyles und Themen an die angepasst werden, die Sie erreichen wollen. Wollen sie an wirtschaftsfokussierte Geschäftsmänner appellieren, drehen Sie also vielleicht keinen Werbespot mit Hippies.
  • Wenden Sie den Fokus von sich ab. Selbst wenn Sie Ihre eigene Erfolgsstory darbieten, sollte der Fokus des Storytellings auf dem Kunden liegen.
  • Die Geschichte muss nicht kompliziert sein, fünf Höhepunkte haben und geschrieben werden wie von Goethes Hand. Einfache Handlungen können richtig erzählt genauso viel Wirkung haben.
Eine Story mit Gefühl fabrizieren

Step up your game – Storytelling als Werbemaßnahme

Geschichten werben implizit – sie verdeutlichen den Wert Ihres Produktes oder Ihrer Marke, meistens ohne Markennennung, dafür aber mit sehr viel mehr Nachdruck und Wirkung. Sie laden das Beworbene emotional auf und stellen so nicht nur den Grundstein für ein wünschenswertes Image, sondern binden den Kunden auch automatisch an das Unternehmen. Mithilfe von Storytelling zu werben ist somit unglaublich effizient und dabei auch noch relativ leicht umzusetzen – denn jedes Unternehmen hat Positives zu verzeichnen, das sich in eine wirkungsvolle Geschichte verwandeln lässt…und womit sich die eigene Marketingkampagne vernünftig würzen lässt.